Inseln rund um Usedom
Görmitz, Ruden, Gnitz und Oie
Inseln rund um Usedom - Görmitz, Ruden, Gnitz und weitere Eilande
Die Inseln rund um Usedom gehören zu den stillsten und spannendsten Teilen der Region. Neben der großen Ostseeinsel liegen im Achterwasser, im Peenestrom und vor der Küste kleinere Inseln, Werder, Haken und Halbinseln. Einige kannst Du auf Wanderwegen oder mit dem Schiff entdecken. Andere sind streng geschützte Rückzugsräume und dürfen nicht betreten werden.
Welche Inseln und Halbinseln liegen rund um Usedom?
Zu den bekanntesten kleineren Inseln rund um Usedom gehören Görmitz, Böhmke, Werder, Ruden, die Greifswalder Oie und der Große Wotig. Dazu kommen markante Halbinseln und Küstenformen wie der Gnitz, die Halbinsel Cosim und der Peenemünder Haken.
Eine feste Gesamtzahl lässt sich kaum seriös nennen. Je nach geografischer Abgrenzung werden nur echte Inseln gezählt oder zusätzlich Halbinseln, Werder, Strandhaken und kleine unbenannte Schilfinseln einbezogen. Für Deinen Urlaub ist deshalb weniger die Zahl entscheidend als die Frage, welche Gebiete zugänglich sind und wo der Naturschutz Vorrang hat.
Insel, Halbinsel, Werder oder Haken - was ist der Unterschied?
Die Küstenlandschaft rund um Usedom verändert sich seit Jahrtausenden durch Eiszeit, Strömung, Wind, Wasserstand und Verlandung. Deshalb tragen die Landschaftsformen unterschiedliche Bezeichnungen.
Görmitz - die große Insel im Achterwasser
Görmitz liegt östlich der Halbinsel Gnitz und wird durch den schmalen Sund Twelen von der Hauptinsel getrennt. Die Insel selbst ist knapp 100 Hektar groß. Das Naturschutzgebiet umfasst zusätzlich angrenzende Wasser- und Verlandungsflächen und ist insgesamt größer.
Die Landschaft besteht aus Magerrasen, Feuchtwiesen, Röhrichten, Gehölzen und flachen Uferbereichen. Gerade diese Mischung macht Görmitz zu einem wichtigen Brut-, Rast- und Nahrungsgebiet für Wasser- und Wiesenvögel.
Görmitz ist Privatbesitz und kein frei zugängliches Ausflugsziel. Der frühere Damm zwischen Neuendorf auf dem Gnitz und der Insel ist nicht als öffentlicher Besucherweg zu verstehen. Geführte naturkundliche Angebote können gelegentlich stattfinden, müssen aber ausdrücklich organisiert und genehmigt sein.
Böhmke und Werder im südlichen Achterwasser
Die Inseln Böhmke und Werder liegen zwischen Balmer See und Nepperminer See. In amtlichen Unterlagen wird die nördlichere Insel schlicht Werder genannt. Beide Inseln bilden zusammen mit Wasserflächen, Röhrichten und Uferbereichen ein Naturschutzgebiet.
Böhmke hat eine Landfläche von etwa 2,3 Hektar, Werder von etwa 5,6 Hektar. Die Inseln sind eiszeitlich entstandene Geschiebemergelkerne mit kleinen Kliffs und flachen Hakenbildungen. Sie gehören zu den bedeutenden Brutplätzen für Küstenvögel in der Region.
Die Landflächen sind nicht frei zugänglich. Beobachten kannst Du die Inseln mit Abstand von der Straße zwischen Neppermin und Balm sowie von höher gelegenen Punkten am Ufer. Ein Fernglas lohnt sich, besonders während des Vogelzuges.
Gnitz - Steilküste, Wacholder und weiter Blick
Der Gnitz liegt südlich von Zinnowitz zwischen Krumminer Wiek, Peenestrom und Achterwasser. Die Halbinsel gehört zu den schönsten Landschaftsräumen im Norden Usedoms. Besonders reizvoll ist die Südspitze mit Trockenrasen, alten Weideflächen, Wacholder, kleinen Wäldern und der Steilküste am Weißen Berg.
Anders als viele kleine Inseln lässt sich der Gnitz auf ausgewiesenen Wegen zu Fuß und mit dem Fahrrad erkunden. Die empfindlichen Trockenrasen, Kliffkanten und Uferbereiche bleiben dabei geschützt. An der Steilküste brüten Uferschwalben, während auf den Wasserflächen Enten, Gänse und andere Rastvögel zu beobachten sind.
Der Gnitz ist für mich der beste Einstieg, wenn Du die ruhige Insellandschaft des Achterwassers erleben möchtest, ohne ein Boot zu benötigen. Plane feste Schuhe ein und bleib besonders an der Kliffkante auf Abstand.
Cosim - stiller Naturraum nördlich von Balm
Die Halbinsel Cosim ragt nördlich von Balm in den Balmer See. Die eigentliche Landfläche umfasst etwa 85 Hektar. Das amtlich ausgewiesene Schutzgebiet ist mit den angrenzenden Wasserflächen größer.
Feuchtwiesen, Röhrichte, Bruchwälder und ein trockener Sandrücken bilden auf engem Raum sehr unterschiedliche Lebensräume. Das Gebiet ist vor allem als Brut-, Rast- und Nahrungsraum für Küsten- und Wiesenvögel geschützt.
Cosim ist nicht vollständig gesperrt. Ein öffentlicher Weg führt in das Gebiet, Kraftfahrzeuge sind jedoch nicht erlaubt. Bleib auf dem Weg und vermeide Abstecher in Wiesen, Röhrichte oder an unbefestigte Ufer.
Peenemünder Haken - Naturraum an der Nordwestspitze
Peenemünde ist als Museums- und Hafenort bekannt. Nördlich und westlich des Ortes beginnt jedoch eine großflächige Küstenlandschaft aus Flachwasser, Sandbänken, Strandwällen, Dünen, Röhrichten und Salzgrünland. Der Peenemünder Haken gehört mit Struck und Ruden zu einem der bedeutendsten Naturschutzgebiete der Region.
Der Ort Peenemünde selbst ist touristisch erschlossen. Der empfindliche Haken ist dagegen kein frei begehbares Gelände. Ein Rundweg zwischen Peenemünde und Karlshagen macht Teile der Landschaft erlebbar, ohne die besonders geschützten Kernbereiche zu öffnen.
Geschichtlich ist Peenemünde eng mit der ehemaligen Heeresversuchsanstalt und den militärischen Raketenprogrammen des 20. Jahrhunderts verbunden. Heute setzen sich Museen und Ausstellungen kritisch mit dieser Geschichte auseinander.
Ruden - geschützte Düneninsel vor Peenemünde
Der Ruden liegt im Greifswalder Bodden ungefähr auf halber Strecke zwischen Peenemünde und der Greifswalder Oie. Die rund 24 Hektar große Insel gehört zum Naturschutzgebiet Peenemünder Haken, Struck und Ruden.
Dünenkiefernwald, Trockenrasen, Röhrichte und Salzwiesen machen die kleine Insel zu einem wertvollen Rückzugsraum. Die umliegenden Flachwasserbereiche dienen großen Beständen von Wasser- und Zugvögeln als Rast- und Nahrungsgebiet.
Ein Besuch ist nur im Rahmen angebotener Schiffsfahrten möglich. Fahrplan, Landgang und Aufenthaltsdauer können sich saisonal und aufgrund von Wetter oder Naturschutzauflagen ändern. Prüfe deshalb vor der Anreise den aktuellen Fahrplan des jeweiligen Anbieters.
Greifswalder Oie - Leuchtturminsel nördlich von Usedom
Die Greifswalder Oie liegt rund zehn Kilometer nördlich von Usedom in der Ostsee. Das Schutzgebiet umfasst 54 Hektar Landfläche sowie angrenzende Wasserbereiche. Die Insel ist besonders für Vogelzugforschung, Naturbeobachtung und ihren historischen Leuchtturm bekannt.
Im Unterschied zu den unzugänglichen Vogelinseln im Achterwasser kann die Greifswalder Oie im Rahmen gebuchter Schiffstouren besucht werden. Die Überfahrt startet je nach Angebot in Peenemünde oder Freest. Auf der Insel gelten feste Wege und Führungsregeln.
Die Plätze sind begrenzt und eine spontane Mitfahrt ist nicht immer möglich. Informiere Dich deshalb vorab beim Betreiber und beim Verein Jordsand über Fahrplan, Buchung und aktuelle Hinweise.
Großer Wotig - Salzgrasland vor Kröslin
Der Große Wotig liegt im nördlichen Peenestrom bei Kröslin auf der Festlandseite gegenüber von Usedom. Er gehört geografisch nicht zur Hauptinsel, ist aber Teil derselben Naturpark- und Küstenlandschaft.
Das Naturschutzgebiet umfasst rund 212 Hektar. Salzgrasland, Flachwasser, Röhrichte und Überflutungsflächen machen den Wotig zu einem wichtigen Rastgebiet für Gänse, Watvögel und andere Wasservögel.
Die Insel ist nicht begehbar. Vom Ortsrand Kröslin und von der Brücke über die Alte Peene kannst Du Teile des Gebietes aus der Entfernung überblicken. Ein Fernglas bringt hier deutlich mehr als der Versuch, näher heranzukommen.
Welche Inseln rund um Usedom kannst Du besuchen?
Warum sind viele Inseln nicht zugänglich?
Die kleinen Inseln liegen häufig mitten in flachen, nährstoffreichen Gewässern. Genau dort finden Enten, Gänse, Seeschwalben, Watvögel und Greifvögel Nahrung, Schutz und Brutplätze. Auf offenem Grasland oder in niedrigen Uferzonen sind Nester besonders empfindlich gegenüber Störungen.
Auch ein kurzer Landgang kann Vögel vom Nest vertreiben oder Rastbestände aufscheuchen. Hunde, Drohnen, Boote in Ufernähe und das Betreten von Schilfzonen verursachen zusätzlichen Druck. Deshalb gelten in vielen Gebieten Wegegebote, Betretungsverbote oder saisonale Einschränkungen.
Als Usedom Insider kann ich Dir nur raten, diese Grenzen ernst zu nehmen. Die stillen Inseln sind gerade deshalb so besonders, weil nicht jeder Ort touristisch erschlossen ist.
Fragen zu den Inseln rund um Usedom
Zu den bekanntesten gehören Görmitz, Böhmke, Werder, Ruden, die Greifswalder Oie und der Große Wotig. Hinzu kommen Halbinseln wie Gnitz und Cosim sowie der Peenemünder Haken.
Görmitz ist mit knapp 100 Hektar Landfläche die größte der kleineren Inseln im Achterwasser.
Görmitz ist Privatbesitz und Naturschutzgebiet. Sie ist kein frei zugängliches Ausflugsziel. Ein Besuch kommt nur im Rahmen ausdrücklich organisierter und genehmigter Angebote infrage.
Nein. Die Landflächen des Naturschutzgebietes sind nicht frei zugänglich. Gute Beobachtungsmöglichkeiten bestehen mit Abstand zwischen Neppermin und Balm.
Nein. Der Gnitz ist eine Halbinsel und fest mit der Hauptinsel Usedom verbunden.
Die Greifswalder Oie wird im Rahmen gebuchter Schiffstouren von Peenemünde oder Freest aus angefahren. Fahrplan und Verfügbarkeit müssen vorab geprüft werden.
Ein Besuch ist nur im Rahmen aktuell angebotener Schiffsfahrten möglich. Landgang und Aufenthalt richten sich nach Fahrplan, Wetter und Naturschutzauflagen.
Die Zahl hängt davon ab, ob nur echte Inseln oder auch Werder, Halbinseln, Haken und kleine Schilfinseln mitgezählt werden.
Aktuelle Regeln und Besuchsmöglichkeiten prüfen
Schutzgebietsregeln, Wege und Schiffsangebote können sich ändern. Prüfe aktuelle Informationen deshalb immer bei den zuständigen Stellen und Anbietern.
Mehr über die Landschaft Usedoms
Die kleinen Inseln zeigen Usedoms stille Seite
Die Inseln rund um Usedom sind keine zweite Reihe hinter den großen Seebädern. Sie prägen das Achterwasser, den Peenestrom und die Küstenlandschaft mindestens genauso stark wie Strand und Promenade.
Gnitz, Cosim und Peenemünde kannst Du auf erlaubten Wegen selbst erkunden. Ruden und Greifswalder Oie erreichst Du je nach aktuellem Angebot mit dem Schiff. Görmitz, Böhmke, Werder und der Große Wotig bleiben dagegen vor allem Schutzräume, die Du aus respektvoller Entfernung erlebst.
Genau diese Mischung macht die Region so besonders. Einige Orte laden Dich ein, andere bleiben bewusst still. Wer das akzeptiert, entdeckt rund um Usedom eine Landschaft, die viel ursprünglicher ist, als es der erste Blick auf die Ostseebäder vermuten lässt.